Pfarreigeschichte

Der Name Zuchwil stammt aus dem keltischen "tug", was fruchtbar sein heisst, und "wil", der Bezeichnung für einen römischen Gutshof. Der Überlieferung nach dürfte der helvetische Sippenführer "Tucho" (Zucho) der Ortschaft den Namen gegeben haben. Am Ort der heutigen katholischen Kirche stand ein herrschaftlicher römischer Gutshof. Das heisst: mit der Christianisierung der Gegend wurden auf solchen römischen Städten christliche Kirchen errichtet. Der Heilige Martin war der Schutzpatron des karolingischen Reiches. In dieser Zeit wurde er auch Schutzpatron vieler Kirchen. Dieses Patrozinium weist auf die Entstehungszeit einer vermutlich romanischen Vorgängerkirche etwa um 800 n. Chr hin.

Zuchwil wird in den Stiftsakten von St. Ursen um das Jahr tausend erstmals erwähnt. Das Kirchlein wurde also von den deren Chorherren betreut. Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts blieb Zuchwil ein bescheidenes Bauerndörfchen am Rande der Stadt Solothurn.

 

1581 wurde eine kleine gotische Kirche mit einem Dachreiter gebaut. Aus dieser Zeit stammt das im Museumsraum hinten in der heutigen Kirche eingemauerte Sakramentshäuschen. 1740 wurden prachtvolle Altäre eingebaut. Erst 1874 wurde Zuchwil eine eigenständige Pfarrei und auch Kirchgemeinde.

1953 wurde die inzwischen zu klein gewordene Kirche abgerissen. 1956 konnte die jetzige Kirche, ein Werk des Architekten Hermann Bauer aus Basel, eingeweiht werden. Einige Teile der Kirchenausstattung konnten vor der Zerschlagung bewahrt werden und sind nun im kleinen Museum beim Kircheneingang aufgestellt. Bemerkenswert ist die Marienstatue, eine 1710 von Josef Kälin erstellte Kopie des Einsiedler Gnadenbildes.

Neben der Kirche steht die sogenannte Polenkapelle. Hier stand im Mittelalter ein Beinhaus, das auch als Aufbahrungsraum diente. Im 19. Jahrhundert wurde daraus eine Allerseelenkapelle. 1942 wurde sie durch polnische Internierte vollständig umgebaut. Daneben befindet sich das Denkmal für den polnischen Freiheitshelden Tadeusz Kosciusko.   > Kosciusko-Museum Solothurn

 


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Weitere Infos zur Polenkapelle
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Die Pfarrherren

Pfr. Joseph Wirz von Solothurn (1871-1880)

Pfr. Ubald Tschui von Derendingen (1880-1887)

Pfr. Gottfried Gisiger von Hauenstein (1887-1894)

Pfr. Jakob Wassmer von Derendingen (1894-1895)

Pfr. Ludwig Büttiker von Olten (1895-1900)

Pfr. Eduard Müller von Einhart, Hohenzollern-Sigmaringen (1900-l902)

Aushilfe durch Kapuziner (1902-1905)

Pfr. Otto Wiederkehr von Künten AG (März bis Oktober 1905)

Pfr. Johann Baptist Zengerling von Heyerodel Sachsen und Riemenstalden SZ (1906-1941)

Pfr. Oskar Stampfli von Aedermannsdorf SO und Kerns OW (1941-1959)

Pfr. Joseph von Rohr von Egerkingen SO (1959-1968)

Pfr. Kuno Eggenschwiler von Aedermannsdorf SO (1968-1983)

Pfr.-Adm. Paul Bossard von Welschenrohr SO (1983-1984)

Pfr. Josef Peter von Luthernbad LU (1984-1990)

Pfr. Branko Palic von Kroatien (1991-1998)

Pfr.-Leiter Diakon Paul Bühler-Hofstetter von Weesen SG (1999-2011)

Pastoralraum-Pfr. Dr. Valentine Koledoye (2013-heute)